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Dann liebe mich von Ilona Brennicke
So, wie sich die Wolken in den Strahlen der Sonne lösen, Die Gipfel der Berge in den Sternenseen baden, Der Frühling sich mit den Winden liebt, Werde ich im neuen Sommer meinen Körper wärmen Und mit den Morgengewittern erglühen.
Rote Nelken werden mich begleiten Und neue Gedanken gebären, Dann werden die Schwachen des Dschungels den Tiger reißen, Die Wurzeln sich aus dem Dunkel der Erde befreien, Die Sandkörner zu Felsen werden, Die Worte im Saft des Mundes reifen.
Dann liebe mich wie das Meer, Wenn es sich schäumend in die Erdschenkel ergießt Und die Luft zur Lust des Windes werden lässt. Suche mich in den ruhelosen Schaumkronen des Sturmes, Die von mächtigen Wellenbergen zum Ufer getragen, Schäumend die unzähligen Sandkörner umspülen.
Schleudere mich mit den schwindelnden Strudeln Hinunter zum Grund der Lust, Wälze mich im Rausch der Muscheln, Bis der Sturm sich der Ozeane entledigt.
© Ilona Brennicke 1999, © Lotsch Verlag 2000
Ilona Brennicke, Jahrgang 1948, ging nach dem Abitur zum Film, ist eine gutgelaunte Kulturpessimistin und weilt als Lebenskünstlerin in München.
Anmerkung des Verlags: Das vorliegende Gedicht wurde dem Verleger vermacht und soll hiermit, quasi als amuse-gueule, vorab veröffentlicht sein. Ein entsprechendes Buchprojekt ist in Planung, konnte jedoch bislang wegen Überlastung der Autorin noch nicht realisiert werden.
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